Soziale Bindung

„Die Freiheit unserer Kinder hat als Grenze die Gemeinschaft, denn Freiheit bedeutet nicht, dass man tut was man will, sondern Meister seiner selbst ist.“ – Maria Montessori

Das Prinzip der Freiheit wird bei Maria Montessori durch das Prinzip der Bindung vervollständigt.

Der respektvoller Umgang miteinander und die emotionale Erziehung, bleiben im Jugendalter wesentlich. Insbesondere in dieser Entwicklungsphase sind die Gefühle für Gerechtigkeit und persönliche Würde stark ausgeprägt.  Die Ausbildung der Beziehungen zwischen den Jugendlichen, ihren Lehrerinnen und Lehrern und der Umgebung brauchen Zeit und Raum. Schule muss daher mehr bieten als Unterricht, sie ist ein sozialer Erfahrungsraum. An unserer Schule sind insbesondere der Kreis sowie häufige individuelle Gespräche wichtig, um diesem Bedürfnis nach Bindung und somit sozialen Beziehungen gerecht zu werden.

Die Einhaltung von Regeln und das Setzen von Grenzen sind somit kein Widerspruch zur Freiheit, sondern eine Notwendigkeit der Schulgemeinschaft für das soziale Miteinander. Regeln unterscheiden sich hierbei deutlich von Anordnungen und Gesetzen. Regeln setzen die freiwillige Verpflichtung der Jugendlichen zur Einhaltung aus Respekt vor den Mitmenschen voraus. Dies bedeutet, dass Regeln an unserer Schule prozessbegleitend sind und somit auch veränderbar bleiben. Bei Regelverletzungen setzen wir auf Einsicht und Wiedergutmachung statt Strafen. – Siehe Schulordnung

„Diese Grenzen und Regeln müssen von der gesamten Institution beachtet werden; man darf bei den Jugendlichen nicht den Eindruck erwecken, als ob sie ahnungslos und unfähig seien, sich selbst zu disziplinieren.“ – Maria Montessori, „Von der Kindheit zur Jugend“, Freiburg 1966, S. 109